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Definition: Was bedeutet "Jugend- und Auszubildendenvertretung"?

In allen Betrieben, in denen in der Regel mindestens fünf Arbeitnehmende beschäftigt werden, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (sog. jugendliche Arbeitnehmende) oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind, ist eine Jugend- und Auszubildendenvertretung zu wählen (§ 60 Abs. 1 BetrVG).

Die regelmäßigen JAV Wahlen finden alle zwei Jahre in der Zeit vom 01.10. bis zum 31.11. statt. Wahlberechtigt sind alle Arbeitnehmenden, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt werden. Wählbar sind alle Arbeitnehmenden des Betriebs, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind. Mitglieder des Betriebsrats können nicht gleichzeitig zu Vertretern der JAV gewählt werden.

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung hat folgende allgemeine Aufgaben:

  • Maßnahmen, die jugendlichen Arbeitnehmenden und/oder Auszubildenden dienen, beim Betriebsrat zu beantragen;
  • Maßnahmen zur Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung der jugendlichen Arbeitnehmenden und Auszubildenden beim Betriebsrat zu beantragen;
  • darüber zu wachen, dass die zugunsten der jugendlichen Arbeitnehmenden und Auszubildenden geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden;
  • Anregungen von jugendlichen Arbeitnehmenden und Auszubildenden, insbesondere in Fragen der Berufsbildung, entgegenzunehmen und, falls sie berechtigt erscheinen, beim Betriebsrat auf eine Erledigung hinzuwirken;
  • die Integration ausländischer, jugendlicher Arbeitnehmender und Auszubildender im Betrieb zu fördern und entsprechende Maßnahmen beim Betriebsrat zu beantragen.

 

Die JAV ist zur Durchführung ihrer Aufgaben rechtzeitig und umfassend durch den Betriebsrat zu informieren. Sie kann insbesondere verlangen, dass der Betriebsrat ihr die zur Durchführung erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellt.

  • Darüber hinaus hat die JAV das Recht, zu allen Sitzungen des Betriebsrats einen Vertreter zu entsenden. Eine Pflicht zur Teilnahme besteht demgegenüber nicht.
  • Werden im Rahmen einer Betriebsratssitzungen Themen behandelt, die jugendliche Arbeitnehmende und/oder Auszubildende besonders betreffen, hat der Betriebsrat abweichend davon die gesamte JAV zur Sitzung einzuladen.

 

Werden in diesem Zusammenhang Beschlüsse gefasst, die überwiegend jugendliche Arbeitnehmende und/oder Auszubildende betreffen, haben die Mitglieder der JAV ein Stimmrecht.

Wenn die Mehrheit der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Meinung ist, dass ein Beschluss des Betriebsrats die wichtigen Interessen der von ihnen vertretenen Arbeitnehmenden erheblich beeinträchtigt, kann sie einen Antrag stellen, um den Beschluss auszusetzen. Die Aussetzung erfolgt für eine Woche ab dem Zeitpunkt der Beschlussfassung, mit dem Ziel in dieser Zeit eine Verständigung zu erreichen.

Ist die Woche abgelaufen, wird über die Angelegenheit erneut abgestimmt. Wird der erste Beschluss bestätigt, kann der Antrag auf Aussetzung nicht erneut gestellt werden, selbst wenn der erste Beschluss nur geringfügig geändert wurde.

Die Mitglieder der JAV genießen ebenso wie die Mitglieder des Betriebsrats einen besonderen Kündigungsschutz.

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